In Zeiten wie diesen…

In Zeiten wie diesen…

Bestimmt wundert sich so mancher von euch über die lange Stille.
Es geschah im Zeichen der Zeit: Freude über das Geschaffte, Pläne für neue Projekte – und dann kam Corona, das alles veränderte. Viele Gedanken begleiteten uns, ebenso die Hoffnung, dass es vielleicht doch nicht so schlimm werden würde. Doch die Realität zeigte sich bald auch in Tansania – und sie wurde zu einer großen Herausforderung für uns.

Schon seit längerer Zeit versorgen wir jedes zweite Quartal 350 Schulkinder unserer Nguzonne Primary School mit Mais und Bohnen – und mit einer kleinen Überraschung: Bananen. Doch die Pandemie brachte neue Sorgen.

Der Tourismus kam völlig zum Stillstand, Einkommen fielen weg. Schulen wurden geschlossen, Bedienstete und Lehrer verloren ihre Arbeit. Die Menschen hatten Angst – Angst um ihre Gesundheit, aber auch ums Überleben. Viele konnten ihr tägliches Brot nicht mehr verdienen. Besonders betroffen waren auch die Familien unserer Patenkinder, die ohnehin zu den Ärmsten gehören.

Darum haben wir eine Entscheidung getroffen: Wir wollen helfen – unseren Kindern und deren Familien.

Als kleiner Verein sind wir nicht in der Lage, Container mit Lebensmitteln über lange Zeit zu finanzieren oder zu liefern. Außerdem – welchen Sinn hätte es, tausenden Menschen ziellos Essen zu verteilen? Es wäre nur ein kurzes Hoffnung machen, das wir irgendwann nicht mehr aufrechterhalten könnten. Darum haben wir uns ein klares Ziel gesetzt: Wir unterstützen gezielt die Familien unserer acht Patenkinder.

Mit maximal €150 pro Monat ermöglichen wir es einer ganzen Familie, zusammenzubleiben, nicht zu verhungern, die Miete zu bezahlen – und so zu überleben. Unser Ziel ist es, diese Hilfe, wenn nötig, über mindestens ein Jahr hinweg leisten zu können.

Derzeit versorgen wir zwei Familien. Wie viele es am Ende sein werden, hängt von den Mitteln auf unserem Spendenkonto und natürlich vom tatsächlichen Bedarf ab. Da ich alle Familien und ihre Umstände persönlich sehr gut kenne, gehe ich davon aus, dass fünf der acht Patenfamilien unsere Hilfe früher oder später brauchen werden.

Mit diesem wohl überlegten Ansatz können auch wir im kleinen Rahmen Großes bewirken. Diesen Menschen haben wir einst Hoffnung geschenkt – und wir werden alles tun, sie auch jetzt nicht fallen zu lassen!

Elisabeth Klösch (2020)

So konnten wir in den Jahren 2020/21 mehrere Familien regelmäßig mit €120 im Monat unterstützen. Manchmal wurde davon Essen oder Kleidung gekauft, manchmal Schulgeld bezahlt. Insgesamt konnten rund €6000 an Soforthilfen weitergegeben werden.

Ein herzliches Dankeschön an alle, die trotz eigener Sorgen und Unsicherheiten geholfen haben, damit Hoffnung weiterlebt und Familien zusammenbleiben können.

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